SINKE
DUS "Akrasia" CD Reviews
From
The Necroweb Webzine (Germany)
Aus dem Land der Elche erreicht uns dieser Tage
das Erstlingswerk von Sinke Dûs. Marcus Lönebrink ist der
Urheber hinter diesem Projekts und wer jetzt den Namen mit Kammarheit
verbindet liegt hier auch nicht ganz falsch, hat selbiger doch schon
bei deren Werk "The Starwheel" ausgeholfen. Zeit also für
dessen Künstler Pär Boström sich mal zu revanchieren
und bei "Akrasia" seinerseits seine kompositorischen Fähigkeiten
unter Beweis zu stellen, wenn auch nur bei dem Track "Fortitude“.
Das heißt nun aber auch nicht, dass Marcus Lönebrink dies
nötig hätte. Der Titel "Akrasia“ selbst steht für
Willensschwäche, bei diesem Werk kann man aber beileibe nicht von
Schwäche sprechen. Warme, gefühlvolle Melodien schleichen
sich da unter die Kompositionen, welche wunderbar anzuhören sind
und den einzelnen Stücken so etwas wie Wiedererkennungswert geben.
Speziell im Opener "The Premonition“ schimmern recht prägend
Raison D'être durch, ansonsten regieren hier Klangsphären
welche in ihrer Stilistik denen von Svartsinn und Kammarheit nicht unähnlich
sind. Die Mittel, mit welchen Sinke Dûs hier die Aufmerksamkeit
des Hörers auf sich ziehen sind zwar nicht neu, aber dennoch überzeugende
Kaufargumente. Der unspektakuläre Songaufbau mag zwar anfangs erstmal
etwas ernüchternd wirken, beinhaltet aber trotzdem melancholische
Elemente und nach wenigen Durchläufen offenbart sich die musikalische
Welt des Komponisten dem Hörer und sorgt für gelungenen Atmosphäre
im trauten Heim. "Akrasia“ ist kein Werk zum 'nebenbei hören’
geworden, man sollte diesem Teil schon das Gehör schenken, welches
es auch benötigt. Ob sich Sinke Dûs mit diesem Werk im mittlerweile
recht überschwemmten Dark Ambient Sektor jedoch ganz oben behaupten
können bleibt abzuwarten, zählen aber mit ihrem Erstlingswerk
definitiv zu den besseren Vertretern ihres Metiers.
From
The Feindesland Webzine (Germany)
In den Weiten von Skandinavien (in der Mehrzahl
aus Schweden und Norwegen) lebt ein unerschöpfliches Reservoir
von Protagonisten, welches seit Jahrzehnten überdurchschnittliche
Dark Ambient Publikationen komponiert, die durch die Bank vor Hingabe
und Atmosphäre nur so strahlen. In der Regel erscheinen hochwertige
Releases aus diesem Sektor auf Cyclic Law (Montreal, Kanada) und Cold
Meat Industry (Linköping, Schweden), die zu Recht als Monopolisten
in diesem Segment gelten. Mit Sinke Dûs (Linköping, Schweden)
holte Frédéric Arbour der denkende bzw. lenkende Kopf
hinter Cyclic Law einen absoluten Topakteur zu seiner Tonträgermanufaktur,
der mit seinem Debütalbum "Akrasia" ganz locker mit den
großen Heroen wie Desiderii Marginis, Kammarheit, Svartsinn usw.
mithalten kann. Ein wenig obskur scheint die Tatsache, dass der Mastermind
hinter Sinke Dûs Marcus Lönebrink wie Roger Karmanik (Cold
Meat Industry) den selben Wohnort (Linköping) aufweisen, aber die
Offenbarung "Akrasia" von Sinke Dûs in Kanada bei Cyclic
Law das Licht der Welt erblickt - eine komische Geschichte, oder? Des
Weiteren transportiert "Akrasia" eine Kooperation von Marcus
Lönebrink (Sinke Dûs) und Par Bostrom (Kammarheit), die völlig
offen im Raum steht. Nirgendwo raus lässt sich ableiten, in welchem
Maße Par Bostrom (Kammarheit) an "Akrasia" mitwerkelte.
Eine weitere fragwürdige Begebenheit, oder? Inhaltlich verzückt
Marcus Lönebrink mit einem philosophischen Terminus, den Aristoteles
(384 v. Chr. - 322 v. Chr.), der griechische Philosoph überhaupt,
prägte - Akrasia. Das Wort Akrasia heißt übersetzt in
die deutsche Sprache Willenschwäche bzw. Unbeherrschtheit und spiegelt
den Fall wieder, dass eine Person eine Handlung vornimmt, obwohl eine
Alternative wesentlich besser gewesen wäre. Akrasia tritt nach
Aristoteles dann auf, wenn Primärbedürfnisse wie Essen, Trinken
und Sexualität ins Spiel kommen. Aristoteles beschreibt zwei Arten
von Akrasia - Voreiligkeit und Schwäche, die in folgenden vier
Typen zutage treten:
Mit Lust verbundene Schwäche
Mit Lust verbundene Voreiligkeit
Mit Zorn verbundene Schwäche
Mit Zorn verbundene Voreiligkeit
Aristoteles damals aufgestellte Handlungstheorie hat bis zum heutigen
Tage Geltung und unter Garantie auch bis zum Weltuntergang, oder?
Musikalisch präsentiert Marcus Lönebrink mit seinem Projekt
Sinke Dûs bestimmt kein Feuerwerk der Innovationen, aber ein Oeuvre,
welches die geneigte Hörerin bzw. den geneigten Hörer in dunkelste
Dimensionen saugt. Er offeriert auf "Akrasia" einen ähnlich
düsteren Sound, wie ihn echte Dark Ambient Freaks von Svartsinn
schätzen. Marcus Lönebrink setzt auf "Akrasia" ausschließlich
auf Atmosphäre und lässt von Einsprengseln aus dem Noise und
Industrial völlig ab. Hingegen nutzt er gekonnt die Technik des
Drone, um "Akrasia" noch mehr Nachdruck zu verleihen. Im Besonderen
fallen Akzentuierungen ('That Which Lies Beyond') auf, die an Choräle/
Gesänge aus orthodoxen Gotteshäusern erinnern. Diejenigen
unter Ihnen, die in der Nacht unter Angstzustände leiden, sollten
von "Akrasia" Abstand halten. Die 7 Tondokumente auf "Akrasia"
wandeln zwischen zerstörerischer und himmlischer Dunkelheit - wer
sich ihnen wirklich hingibt, gelangt in einen Strudel, der kein Ende
findet. Hier einen Anspieltipp herauszukristallisieren zu wollen, gleicht
einem riesigen Frevel, deshalb meine Empfehlung: "Die CD in den
Schacht und von Anfang bis Ende hören!".
Mit Sinke Dûs erhalten Dark Ambient Fetischisten ein Meisterwerk
an die Hand, welches einen Genuss ohne Reue verschafft. Marcus Lönebrink
liefert mit seinem Debüt "Akrasia" aus jeglicher Hinsicht
einen Stern ab, der äußerst hell am Himmel glänzt. Wer
getrost auf ausgiebige Innovationen verzichten kann und sich ausschließlich
nur für getragene Soundcapes in Reinkultur interessiert, sollte
sich "Akrasia" unbedingt zulegen. Für Fans von Svartsinn
ein Pflichtkauf!!!
From
The Ikonen Magazine (Germany)
Konzeptalben sind in der Ambientmusik relativ
rar, was vor allem daran liegt, dass musikalische Klänge meist
abstrakt sind un nur eine assoziative Ahnung erzeugen können -
nicht jedoch zur intellektuellen Reflexion taugen. Dennoch gibt es immer
wieder Versuche, sich mit Ambientmusik komplexen Fragestellungen zu
nähern, oder zumindest bestimmte Themen assoziativ auszuloten (Lustmord,
Inade, Fir§t Law, :Golgatha: u.a. haben das versucht). Meist dienen
Samples zur Konkretisierung des jeweiligen Anliegens. Das im schönen
Faltcover vorliegende Album von Sinke Dûs "Akrasia"
stellt dem Titel gemäß die Frage nach der Schwäche des
menschlichen Willens. Nach eigenen Aussagen wollte der Musiker Markus
Lonebrink nicht die Philosophie des "Handelns wider besseres Wissen"
untersuchen, sondern dem subjektiven Erleben des akratischen Handelns
musikalisch Ausdruck verleihen. Nun muss man sagen, dass dieses Wissen
um die Thematik durchaus die Rezeption der Musik lenken kann. Titel
und Anmerkungen diktieren die Richtung der Musik. Ignoriert man all
das, bleibt diese Musik zugleich frei assoziierbar - zweifellos eine
zusätzliche Qualität für viele Hörer, die sich nie
für Inhalte interessiert haben. "Akrasia" besteht zweifellos
diese Doppelcodierung, allerdings vor allem für ein geneigtes Publikum.
Dezente Keyboardmelodien, gelegentliches sinfonisches Anschwellen, aus
dem Nichts kommende und verschwindende Sounds - hier werden die Grenzen
des Darkambient-Genres sorgsam eingehalten. Wer nach neuen Herausforderungen
sucht, könnte sich bei "Akrasia" langweilen, doch Genrefans
(vor allem solche der frühen Raison d'être) werden sich daran
erfreuen. Auch Sinke Dûs ist ein folgerichtiges und gelungenes
Signing auf dem bislang äußerst verlässlichen Cycli
Law-Label. Der Klang des Nordens ist ungebrochen - ob auf dem amerikanischen
oder dem europäischen Kontinent. Wir treffen uns in der Ewigkeit.
From The Tokafi Webzine (Germany)
A collection of unashamed dirges: How can one
keep on doing things that are obviously wrong?
It’s been some time since I’ve heard something as obviously
plaintive and mournful as “Akrasia”. Even in Dark Ambient
circles, it has become a habit to fill arrangements to the brim with
layers of effects and glistening musical objects, either to direct attention
to otherwhise subconscious elements or to draw the listener in even
more as he stumbles for points of reference. On his debut album, Markus
Lonebrink sees no necessity for such implicit action. His motto on this
collection of unashamed dirges seems to be that there is no use in trying
to hide your tears. Long synthesizer chords rise up from a deep well,
billowing like orchestral strings lit in neon moonlight, perfumed by
the sweet scent of regret. As they ebb away, the void fills the cavities
left in their wake, before a new wall of sorrowful harmonics floods
the vacuum. There are seven tracks on “Akrasia” and almost
every single one is composed along the lines of this technique. Instead
of moving forward, the music is marking time, unable to change and too
afraid to surrender. But within this forever immobile continuum, there
is a final chance for certainty: Lonebrink is not interested in what
happens between two chords, but in the turbulences and the drama occuring
within each of them and this focus leads the listener back to himself.
The term Akrasia defines the issue of a weak will: How can one keep
on doing things that are obviously wrong? The album offers a convincing
answer: Because they may have their attractions. Maybe it didn’t
feel entirely right to Markus Lonebrink to compose such an obviously
desolate work. But the result is certainly something to be cherished,
rather than to be regretted.
By Tobias Fischer
From The Gothtronic Webzine (Holland)
Sinke Dûs has made a CD with Akrasia as
title and comes in a gatefold cardboard sleeve. Markus Lonebrink is
not exploring the philosophical issues rather than the subjective experience
of akrasia it self. May be you once have done something against better
judgement, something you knew was wrong, impetuously or with full understanding
of your acts. Do you remember the sickening feelings of regret or that
someone will find out? It is this darkening and sober feeling which
is explored here in an aural way.
Surrounded by lush drones and slow evolving melancholic melodies Sinke
Dûs is taking you on a journey through feelings of akrasia, dark
and oppressing. This is a soundtrack of existentialism. “The Premonition”
starts with lushness and slow swelling chords, breakable and touching.
Perfect for a night of loneliness, red wine and some self-revision.
Sometimes it sounds like the sea, wide and full of loneliness and despair
like in ”That Which Was Lost”. The music is sober and moody.
The compositions are minimal but effective without any distracting elements
in the music; it is just as pure as it is. Ethereal passages full of
melancholy putting you back on your self and your sorrows, making you
reconsider your acts of the past. “That Which Lies Beyond”
is such a track with a beautiful slow melody full of bitterness.
Sometimes Akrasia reminds me of “With My Sorrows” by Black
Tape For a Blue Girl. Akrasia is an ambient release of pure dark and
melancholic beauty, deep and touching. Akrasia feels like walking the
shore line while you hear the wind blowing in your ears and the waves
rushing onto the beach on a cold sober day. 8/10